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Akupunktur:
Verkehrsnetz der Energie

Vor 2500 Jahren entwickelten die Chinesen die Lehre von den Meridianen. Beweisen lässt sich ihre Gültigkeit bis heute nicht, aber die Nadelheilkunst wird immer beliebter


Die traditionellen chinesischen Heilmethoden erfreuen sich wachsender Beliebtheit

Den ersten Kontakt mit fernöstlicher Heilkunst hat ein deutscher Patient heute meist wegen Schmerzen im Rücken oder in den Beinen. Seit Anfang des vergangenen Jahres zahlen alle gesetzlichen Krankenkassen Akupunktur bei chronischen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder in den Knien (Gonarthrose).

 

Statt Spritzen und Pillen zur Schmerztherapie setzen viele Mediziner heute auf feine Nadeln – und damit auf eine Technik mit 2500-jähriger Tradition. Akupunktur ist die bei uns bekannteste Heilmethode der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Inzwischen wendet sie fast jeder vierte niedergelassene Arzt in Deutschland an. Obwohl keine andere Sparte der TCM im Westen so intensiv erforscht ist, sind die Erfolge der Akupunktur bis heute nicht ganz erklärbar.


Ihre Geburtsstunde liegt im Dunkel der Geschichte. Vorformen wurden bereits in der Jungsteinzeit (8000 bis 5000 vor Christus) praktiziert. Funde legen nahe, dass Heiler zu dieser Zeit geschliffene Stein-, später auch Bambus und Bronzenadeln verwendeten.

 

Gut gegen Dämonen? 

 
Um die Entstehung der Akupunktur ranken sich zahlreiche Legenden: Überliefert ist zum Beispiel, dass die schamanischen Priester der Shang-Dynastie (1800 bis 1600 vor Christus) Nadeln in den Körper von Besessenen einführten, um Dämonen zu vertreiben. Ein anderer Mythos berichtet, dass sich ein Krieger im Kampf eine offene Wunde zugezogen hatte, kurz danach von einem Pfeil getroffen wurde und darauf seine Verletzung wie durch ein Wunder heilte.

 

Das erste schriftliche Zeugnis über die Akupunktur stammt aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Der chine sische Historiker Sima Qian erwähnt in seinen Aufzeichnungen Steinnadeln, die zur Therapie benutzt werden. In dem Buch „Innere Klassiker des Gelben Kaisers“ („Huang ti“) wird die Nadelbehandlung erstmals als eine jener Heilmethoden beschrieben, die man heute unter dem Kürzel TCM zusammenfasst.

 

Ausführlich widmet sich das Werk dem Orientierungssystem, das westliche Missionare später – nach dem lateinischen Begriff für Breitengrade – Meridiane nennen werden. „Wodurch der Mensch erschaffen wird, wodurch Krankheiten in Erscheinung treten, wodurch der Mensch geheilt wird – die zwölf Meridiane sind die Basis aller Behandlung", heißt es im "Huang ti".



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Michael Aust / Apotheken Umschau; 18.08.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: Panthermedia/Mark Fairey

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